Vorwort
Abstract
Mit dem Ende des Wintersemesters 2021/22 ging Prof. Dr. Karl-Wilhelm Niebuhr, Lehrstuhlinhaber für Neues Testament an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, in den Ruhestand. Zwar mag dies eine gewisse Zäsur bedeuten, denn tatsächlich werden hoffentlich manche, eher lästige Aufgaben, die der Universitätsbetrieb so mitbringt, weniger werden. Die Begeisterung für entscheidende Dinge aber wird sicherlich weitergehen: die Auseinandersetzung mit dem Text des Neuen Testaments als Teil der Welt des frühen Judentums, die Beschäftigung mit biblischer Anthropologie, die Arbeit an einem monumentalen, mit Spannung erwarteten Kommentar zum Jakobusbrief, das Engagement für Ökumene und christlich-jüdischen Dialog, die Liebe zur Musik – und sicherlich auch die Arbeit, die diejenigen verbindet, deren Artikel in diesem Band zusammengestellt sind: der Einsatz für das Eastern European Liaison Committee (EELC) der SNTS.
Auf die eine oder andere Weise haben alle, die sich an dieser kleinen Gabe zu Ehren von Karl-Wilhelm Niebuhr beteiligten, ihn über das gemeinsame, zunächst von Uli Luz initiierte Projekt kennengelernt, Bibelwissenschaftler*innen aus Ost und West, evangelisch, katholisch und orthodox, über die Grenzen des einstigen „eisernen Vorhangs“ und über die Grenzen von Konfessionen hinaus zusammenzubringen. Schon Uli Luz ging es immer darum, in möglichst großer Offenheit, Toleranz und Freiheit über das zu diskutieren, was uns verbindet, die Liebe zur Bibel – und dabei nicht einfach zu belehren, sondern zu lernen. Mit seiner kompetenten, unendlich freundlichen, friedlichen, liebenswürdigen und absolut vertrauenswürdigen Art baut Karl-Wilhelm Niebuhr als Präsident des EELC Brücken, wo dies alles andere als selbstverständlich ist: Brücken des aufmerksamen Hörens aufeinander, die zu gegenseitigem Respekt, zu Verständnis und in vielen Fällen zu engen, wertvollen Freundschaften geführt haben.
Diese, über Jahre gewachsene Freundschaft wollen die in dem folgenden Bändchen zusammengestellten Beiträge älterer und jüngerer Weggefährt*innen dir, lieber Karl-Wilhelm, zeigen – und damit gleichzeitig sagen, wie sehr sie sich auf die weitere Zusammenarbeit und gemeinsame wertvolle Zeit – Zeit, die bleibt! – freuen.
Athen, Regensburg und Bukarest im Februar 2022
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